Biomedizinische Technik

Medizintechnik ist ein für uns gängiger Begriff. Verwirrender ist es zu verstehen, was nun Biomedizinische Technik bedeutet. Zumal dieses Fachgebiet noch relativ jung ist, aber große Zukunfsperspektiven bietet.

Die biomedizinische Technik setzt sich zusammen aus verschiedenen Schwerpunkten. Es vereinen sich darin unterschiedliche Disziplinen der Medizin, der Ingenieurwissenschaften und der Naturwissenschaften wobei die Hauptausrichtung auf den Ingenieurwissenschaften mit den Fachgebieten der Elektrotechnik, dem Maschinenbau, der Informatik und der Werkstoffwissenschaft liegt. Die naturwissenschaftlichen Disziplinen liegen in der Physik und Biologie.

Vereinfacht gesagt ist die biomedizinische Technik ist ein multidisziplinäres Fachgebiet. Es ist praktisch ein Überbegriff für viele Disziplinen ähnlich dem Begriff der Umwelt- oder Raumfahrttechnik. Die Einsatzgebiete dieser Fachrichtung eröffnen so viele Möglichkeiten wie der Ausdruck "Biomedizinische Technik" selbst. Er ist zu finden, und als solcher zu bezeichnen wo eine Verschmelzung von Technik und Biomedizin stattfindet.

Das eigentliche Ziel der biomedizinischen Technik ist die Erweiterung der Erkenntnisse und die Möglichkeiten der heutigen Medizin. Und zwar durch die Einbindung und der Ausschöpfung der Erkenntnisse, die durch Natur- und Ingenieurswissenschaften gewonnen wurden. Dies geschieht sowohl in der Grundlagenmedizin als auch in der klinischen Medizin.

Beispiele, die hier zu nennen sind: die bildgebenden Verfahren, Biomaterialien, Biomechanik, Modelle und Simulationen, funktionelle Stimulation, Intensivmedizin und Patientenüberwachung, Laseranwendungen, Orthopädie und Prothetik, künstliche Organe, Physiologie und Pathophysiologie und auch Gentechniken.

Großen Nutzen verspricht man sich bei der sogenannten minimal invasiven Operation das heisst der schonenden Operation mit innovativer Technik, die den menschlichen Organismus so wenig wie möglich belasten soll. Ein großes Augenmerk gilt der Unterstützung bei Rehabilitations-Maßnahmen sowie für Menschen mit Behinderungen. Durch die Unterstützung der biomedizinischen Technik können körpereigene Schaltstellen, deren Funktionen durch Unfall oder Krankheit verloren gegangenen sind überbrückt oder ersetzt werden. Dies kann durch miniaturisierte elektronische Implantate geschehen, die in den menschlichen Körper eingesetzt und mittels elektischer Impulse gesteuert werden.

Ein passendes Beispiel dazu ist die Behandlung von Menschen mit Parkinson-Syndrom. Hier können implantierte Stimulatoren durch die Abgabe elektrischer Impulse das Krankheitsbild deutlich verbessern. Ähnliche Forschungen werden derzeit für Epilepsie-Patienten angestrengt. Auch im Bereich der Herzerkrankungen ist die biomedizinische Technik nicht mehr wegzudenken. Hier wird nach einer universellen Herztherapie geforscht ebenso wie auf dem Gebiet der Extremitäten-Prothetik.